pferdemädchen-blog

Pferdemädchen-Zeit mit Valeria

Heute war ein besonderer Tag mit Lito. Denn der Punktebub und ich haben Besuch bekommen. Mein Verlobter war auch mit von der Partie und wir haben einen wundervollen Nachmittag verbracht. Mit einer Achterbahn der Gefühle…

Nun, wer kam uns denn Besuchen? Die liebe Valeria. Sie verfolge ich schon eine Weile bei Instagram/pferdemädchenalltag (schaut vorbei, es lohnt sich sowas von!), sie arbeitet einfach unglaublich toll mit ihren Pferden! Als wir vor ein paar Monaten anfingen etwas zu schreiben, hätte ich nicht gedacht, dass wir uns mal treffen und heute war es dann soweit. Dir Vorfreude sie endlich persönlich kennen zu lernen war groß.

Als mein Verlobter und ich zum Stall fuhren, fing es natürlich an zu regnen als wir im Auto saßen – na tolles timing vom Wettergott. Nachdem wir ankamen, durch den Matsch geschwommen sind, das Pony in der Stallgasse und von einer halben Tonne Schlammkruste befreit hatten, brachte Valeria netterweise schöneres Wetter mit. Die Sonne zeigte sich sogar etwas.

Ich hatte mir nichts vorgenommen, was wir machen wollen, einfach vieles mitgenommen und schaute, worauf wir Lust haben. Zum warm laufen ging es also spontan eine Runde ins Gelände, wo Lito sich sehr bemühte und wirklich fein bei mir war.
Es war eine schöne Gelegenheit, sich etwas kennen zu lernen und zu quatschen. Kennt ihr das, wenn man sich das erste Mal trifft, es einem aber absolut nicht unangenehm ist und man direkt los quasselt? So war das mit Valeria, sehr angenehm.

Nachdem wir im Wald einige Pfützen bezwungen hatten, ging es im Anschluss noch auf den Platz.
Ich wollte Valeria gerne zeigen, was wir so in der Bodenarbeit machen … bzw. doch eher in der Freiarbeit. Lief diese doch zuletzt einfach echt gut. Tja, heute hatte ich dann wohl eine zu hohe Erwartungshaltung – Lito ging immer wieder mal stiften und bockte auch etwas durch die Gegend. Ich bekam ihn irgendwann auch wieder zu mir, aber heute sollte es einfach nicht so sein, wie ich es mir wünschte.
Immerhin 2 Mal blieb er im Trab an meiner Seite und beim angaloppieren ging er nach 2 Sprüngen zwar auf eigene Tour, aber er galoppierte ruhig und ohne bocken(!) an – über diese kleinen guten Momente freue ich mich einfach. Und das andere wird abgehakt. Nächstes Mal wird es wieder besser. <3

Schönstes Punktepony !

Einer der Momente, wo er in der Freiarbeit bei mir war – toller Bub! <3

Danke Valeria, dass ich so offen und emotional sein durfte.

Nach einem guten Moment im Schritt nahm ich Lito wieder ans Seil, das schien uns doch sinnvoller.
Ich stand mit Lito und Valeria auf dem Platz und dann sagte sie etwas, was mir ein paar Tränen laufen ließ.
Es gibt solche Tage, wie den heute, wo Lito stärker seine und meine Grenzen testet und weil ich scheinbar doch etwas nervöser war, wollte es heute nicht so klappen. Ich weiß das es solche Tage gibt, doch als sie es aussprach, kamen mir einfach Tränen. Was mir erst ein wenig peinlich war, aber jetzt denke ich mir: so ist es nunmal manchmal. Ich bin teilweise sehr nah am Wasser gebaut und grade wenn es um Lito geht, auch oft sehr emotional. Ich erzählte ihr ehrlich, was mich bei diesen Worten auch beschäftigte: nämlich, dass es Momente gibt, wo ich das Gefühl habe, nicht gut genug für Lito zu sein. Ich hatte nie Unterricht in der Bodenarbeit, habe mir alles selbst erarbeitet mit den Pferden, die mir immer mein bester Lehrer waren und Lito es grade ist.
(Mein Wunsch ist es aber, mal etwas Unterricht zu bekommen oder Kurse zu besuchen, ich möchte immer weiter lernen).
Ich bin aber nicht „nicht gut genug“, denn wenn ich mir ansehe, was wir uns im letzten Jahr erarbeitet haben und was vor allem die letzten Wochen so passiert, wie wir immer mehr unseren Weg finden, dann weiß ich, wir sind gemeinsam gut und lernen immer weiter. 🙂
Die einen Tage sind halt super, harmonisch und Lito so aufmerksam, die anderen wird dann eher mal getestet. Ist ja auch ok so, daran wachsen wir ja weiter.
Ich werde nun aber erstmal wieder den Fokus auf die Arbeit am Seil legen und aus dem Bauch heraus dann entscheiden, wann wir uns der nächsten freien Einheit widmen. Wir haben ja Zeit. <3

Im Gespräch kamen wir dann auch auf das Thema „Kappzaum“, was ich mit dem Buben grade beginne und spontan habe ich dem Pony dann diesen angezogen und wir machten so weiter, im schönsten Sonnenuntergangs-Zauberlicht.
Valeria schaute uns über die Schulter und kam auf mich zu. Sie hatte einen Tipp für mich, der mir ein Aha-Erlebnis bescherte.
„Hey, ich habe da einen Tipp, wie ihr etwas besser starten könnt – ihr seid quasi schon bei Schritt 3, das geht zwar auch … aber… darf ich mal?“
Ich gab Valeria kurz Lito und war gespannt und neugierig. Anschaulich zeigte sie mir, dass es uns leichter fallen würde, im Stand zu starten, wenn ich dabei erstmal vor ihm stehe. Losgehen ist erst Schritt 2… ja, eigentlich logisch. Jetzt. Meine Gedanken waren einfach schon zu weit voraus, da vergaß ich glatt kleinere Schritte zu planen. Normalerweise versuche ich immer „von Ecke zu Ecke zu denken“ – hier habe ich es nicht. Aber passiert halt mal und nun kann ich es ändern. Und noch in der heutigen Einheit konnte ich, dank Valerias Tipps, Lito den Weg in die richtige Haltung zeigen und so sogar auch schon 2-3 Schritte mit ihm laufen. Darauf bauen wir nun in Ruhe weiter auf, tausend dank, Valeria. Manchmal braucht es doch Input von außen um zu merken, man hat zu groß Gedacht und 2 Stufen auf dem Weg zum Ziel übersprungen. Lito ist so wunderbar, er hat diese neue Herangehensweise sehr schnell verstanden – so ein schlauer Bub. Ich bin sehr stolz auf ihn!

Es wird…

Wir hören Valeria aufmerksam zu.

Stolz auf den Buben!

Und ohne es genau zu planen habe ich schon Ansätze zum Schulhalt mit ihm angefangen, wo Valeria uns lobte, als wir es vorführten. Genauso beim Hinterhand auf mich zu bewegen. Das ging runter wie Öl.

Wir schlossen die Einheit kuschelnd und mit etwas Quatsch ab. „Lächeln“ üben, Pony kraulen, wobei ich aus Versehen einen feuchten Schmatzer von ihm mitten ins Gesicht bekommen habe, mit seiner Schlabberzunge – yummy. Mein Pulliband war auch wieder mal interessant, ich hielt es ihm hin und er schnappte es sich wirklich (ups, war doch etwas überrascht), hielt es fest und zog dran. So ein Kasperpony. Ich mag seinen verspielten Charakter so sehr.

Danke Valeria, dass du bei uns warst. Der Nachmittag war wundervoll und sehr lehrreich, wofür ich dir besonders dankbar bin. Der neue Input tat sehr gut und hat mich am Kappzaum wieder etwas kleiner denken lassen, was wohl nötig war.
Es ist so schön, dich nun endlich persönlich kennen gelernt zu haben und wie gesagt, ich freue mich schon jetzt auf den Gegenbesuch bei dir. <3

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

(c) 2017 pferdemädchen blog